Branchenpraxis · Stand 25.10.2026
KI-Schulung für Steuerkanzleien: KI-Kompetenz im Kanzleialltag aufbauen
Eine Beleganforderung verständlich formulieren, ohne steuerliche Aussagen zu erfinden: Hier bearbeiten Kanzleiteams ein vollständig fiktives Jahresabschluss-Anschreiben. Die Arbeitsprobe trennt Textarbeit, Vollständigkeitskontrolle und fachliche Freigabe.
Teilnahmebescheinigung eines privaten Grundkurses. Kein staatlicher Titel, keine IHK-Prüfung, kein TÜV-Zertifikat. Art. 4: KI-Kompetenzmaßnahmen, kein festes Zertifikat. Keine Fachmodule.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Arbeitsprobe: Beleganforderung zum Jahresabschluss
Fiktive Übung.
- Ausgangsmaterial
- Fiktiver Übungszettel: Kontoauszüge fehlen für September. Inventurliste liegt vor. Reisekostenbelege fehlen. Ansprechpartner ist das Kanzleisekretariat. Versandtermin und Abgabefrist sind unbekannt. Keine echten Buchungsdaten verwenden.
- Auftrag
- Entwerfen Sie ein freundliches Anschreiben mit Betreff und übersichtlicher Belegliste. Fordern Sie ausschließlich fehlende Unterlagen an. Unbekannte Termine bleiben offen. Steuerliche Folgen, Rechtsgrundlagen und Fristen dürfen nicht ergänzt werden.
- Menschliche Prüfung
- Kontrollfassung: September-Kontoauszüge und Reisekostenbelege anfordern; Inventurliste nicht erneut verlangen. Abgabefrist offenlassen. Fehlerbeispiel: „Bitte reichen Sie die Inventurliste bis Freitag ein, sonst drohen Zuschläge.“ Hier sind Unterlage, Termin und Folge unbelegt.
- Übergabe
- Assistenz markiert Abweichungen. Fachbearbeitung bestätigt Belegbedarf. Beratungsperson prüft jede ergänzte steuerliche Aussage am Original. Kanzleisekretariat übernimmt ausschließlich die freigegebene Endfassung. Klärungspunkte getrennt vom versandfertigen Text ablegen.
- Kontrollfassung
- Fehlend: September-Kontoauszüge, Reisekostenbelege. Vorhanden: Inventurliste. Rückfragekontakt: Kanzleisekretariat. Versand- und Abgabefrist: offen. Keine Zuschläge oder steuerlichen Folgen ergänzen.
Datenfreigabe am Beispiel einordnen
Ein Mandatsvertrag enthält Honorare, Beteiligungen und Geschäftsgeheimnisse. Auch nach Entfernung des Firmenkopfs bleibt Schutzbedarf. Vor Verarbeitung: Zweck, Verschwiegenheit, Vertragsbedingungen und zugelassenes Konto klären.
Datenart und Werkzeug im Datencheck prüfenAb 5 Plätzen, 12 Monate, Einmalzahlung. Nach Registrierung: Plätze wählen, bezahlen, Mitarbeitende einladen. Musterbescheinigung ansehen.
Prüfbogen für die Kanzleibesprechung
Vollständigkeit: angeforderte Unterlagen gegen Übungszettel abhaken. Sachstand: vorliegende Unterlagen streichen. Verständlichkeit: Fachabkürzungen ausschreiben. Unbelegte Fristen: markieren und fachlich klären. Versandfreigabe: Name, Fassung und Freigabedatum festhalten.
Abbruchkriterium: Echte Mandatsmerkmale tauchen im Übungsmaterial auf. Nicht weiterkopieren; zuständige Stelle einschalten. Buchungsbeschreibungen, Beteiligungsverhältnisse und ungewöhnliche Geschäftsvorfälle können auch ohne Namen Rückschlüsse ermöglichen.
Grundlagenkurs und Kanzleifortbildung auseinanderhalten
AI Führerschein vermittelt branchenneutrale Grundlagen. Steuerrecht, Berufsrecht und DATEV-Produktschulung gehören nicht zum Leistungsumfang. Kanzleisoftware benötigt eine eigene Einweisung; steuerliche Empfehlungen bleiben Fachaufgabe.
Rollen getrennt planen. Berufsträger verantworten fachliche Aussagen, Fachangestellte prüfen Arbeitsunterlagen, Auszubildende erhalten erreichbare Rückfragepersonen. Bescheinigung und interne Einweisung getrennt dokumentieren.
Fragen
Muss die Belegliste vollständig sein?
Für diese Arbeitsprobe ja. Fehlende Ausgangsinformationen werden Rückfragen, keine Vermutungen.
Wer bestätigt Abgabefristen?
Die zuständige Beratungsperson anhand einschlägiger Originalquellen und konkreter Mandatsumstände.
Genügt das Entfernen des Mandantennamens?
Nein. Weitere Merkmale können ein Mandat erkennbar machen. Deshalb ausschließlich erfundene Übungsunterlagen.
Ist DATEV-Bedienung enthalten?
Nein. Der Grundlagenkurs enthält keine DATEV-Produktschulung oder Steuerfachmodule.
Was bleibt nach der Besprechung?
Korrigiertes Anschreiben, geprüfte Belegliste, offene Fachfragen und nachvollziehbare Versandfreigabe.
Bedarf klären · Nutzungsregeln · Durchführung festhalten
Quellen
- Berufspflichten und Verschwiegenheit: § 57 StBerG · abgerufen am 20.10.2026
- Schutz von Privatgeheimnissen: § 203 StGB · abgerufen am 20.10.2026
EU-Kommission: Artikel 4 · Abruf 20.10.2026. Keine Einzelfallfreigabe.